Vollstreckung

Hauptkommissarin Karin Wolf | Band 1
von Andreas M. Sturm
 
ISBN 978-3-946734-00-0    |    336 Seiten
erschienen  August 2016
Klappbroschur   |    Preis: 13,00 €
Verlag edition krimi
 

Am helllichten Tag wird an einer Dresdner Tankstelle ein Mann ermordet. Niemand hat etwas beobachtet, nur eine Kundin erschien der Kassiererin auffällig. Hauptkommissarin Karin Wolf und ihre Kollegen tappen über die Identität und die möglichen Beweggründe der Verdächtigen völlig im Dunklen.
Erst als ein zweiter Mord geschieht erkennen sie, dass die Spur zu der mutmaßlichen Mörderin über ein Vergewaltigungsverbrechen führt, das bereits drei Jahre zurück liegt.
Die Kriminalisten müssen zu ihrem Entsetzen feststellen, dass einer der Vergewaltiger aus den eigenen Reihen zu stammen scheint. Und dieser Mann nimmt nun ebenfalls die Verfolgung der Unbekannten auf …
Wird es Karin Wolf und ihren Mitstreitern gelingen, einen der beiden Täter dingfest zu machen, bevor weiteres Blut vergossen wird?

Lesetipp zu ... Vollstreckung

 
Wenn die Justiz versagt.
 
An der Waschanlage einer Tankstelle findet man einen Toten. Karin Wolf und ihre neue Partnerin Sandra König nehmen die Ermittlungen auf. Herr Haase, der Tote, hatte ein Steuerbüro und war als fieser Arbeitgeber bekannt. Karin hat eine Idee. Doch ihr Alleingang bringt ihr nicht nur den Tadel ihres Chefs ein.
Der Krimi, der in Dresden spielt, ist spannend geschrieben. Der Kunstgriff des Autors, uns in bestimmten Abständen Einblick in die Seele und die Planung der Täterin zu geben, gibt der Handlung ein besonderes Flair. Dieser Teil ist kursiv gedruckt. Schnell stellt sich heraus, dass das Mordmotiv in der Vergangenheit liegt und fehlgeleitete polizeiliche Ermittlungen nicht nur ein Menschenleben zerstört haben. Eines der zukünftigen Opfer gehört zur Polizei oder Justiz. Wird es ihm gelingen, die Täterin eher zu fassen als Karin und ihr Team?
Ich als Leser wurde auf jedem Schritt der Suche nach der Täterin vonseiten der Kommissarinnen mitgenommen. Gleichzeitig stand ich vor der Aufgabe, die Identität von Aramis möglichst herausfinden zu wollen. Doch die Informationen führten mich häufig auf Irrwege.
Sehr gut nach vollziehbar war die Zusammenarbeit von Karin und Sandra. Karin, die bisher im Revier den Namen „einsamer Wolf“ trug, findet bald mit Sandra eine gemeinsame Sprache. Viele ihre Dialoge zeichnen sich durch Witz und einen feinen Humor aus. Dabei ist Sandra die Aktivere, die auf Karin zugeht.
Die Protagonisten waren sehr gut charakterisiert. Das betrifft neben dem Ermittlerpärchen auch die andere an der Ermittlung beteiligte Personen und nicht zuletzt die Täterin. Sie ist eine intelligente Frau, die ihr Vorgehen akribisch plant. Außerdem hat der Autor das Kunststück fertiggebracht, ein exaktes Bild von Sarah, von ihrem Charakter und ihren Ansichten, zu zeichnen.
Der Krimi ist logisch aufgebaut. Letztendlich geht es um die Frage, ob Selbstjustiz erlaubt ist, wenn Recht und Gesetz versagen. Die Frage wird von Karin kategorisch verneint.
Neben den eigentlichen Kriminalfällen gibt es eine zweite Ermittlung, die allerdings nur am Anfang und zum Schluss eine Rolle spielt. Dadurch erhöht sich am Ende nochmals die Spannung, als ich dachte, dass schon alles gelaufen war.
Der Krimi hat mir sehr gut gefallen. Der Autor verfügt über die Fähigkeit, für jede Situation die richtigen Worte zu finden, sei es die emotionale Tiefe, rasenden Zorn oder sachliche Gespräche. Das Buch ließ sich zügig lesen. Ich werde es gern weiterempfehlen.
 

© mabuerele,  September 2012

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