Im Westen nichts

von Benjamin Whitmer
Aus dem Amerikanischen von Len Wanner
 
ISBN 978-3-945133-49-1
erschienen  Juli 2017
Preis: 16,00 €
Polar Verlag
 

Gerade noch war Douglas Pike, ehemals gewaltätiger Abzocker und Berufsverbrecher, auf dem Weg der Resozialisierung im eisigen Abstellgleis der go verlassenen Appalachen, da holt ihn die Nachricht ein, dass seine ihm entfremdete Tochter an einer Überdosis gestorben sein soll. Ihr einziges Vermächtnis ein 12 Jahre altes Mädchen, das ausgerechnet in Pikes harter Obhut landet. Dabei hat er alle Hände voll damit zu tun, sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und mit hartem Suff die Dämonen vom Leib zu halten. Als die beiden langsam zueinanderfinden, kommt ihnen Derrick Kreiger, ein krummer Bulle aus Cincinnati, in die Quere, sodass Pike kein anderer Ausweg bleibt, als selbst herauszufinden, wer seine Tochter wirklich auf dem Gewissen hat. Dass er sich dabei mit Gott, der Welt, mit skrupellosen Geseeshütern und dem erbarmungslosen Winter Ohios anlegt, führt zu einer blutigen Suche in einer Vergangenheit, die ihn unausweichlich einholt.

Lesetipp zu ... Im Westen nichts

 
Gnadenlose Wahrheitssuche in der Vergangenheit.
 
Die Nachricht vom Tod seiner Tochter und dass er jetzt die Verantwortung für seine Enkelin tragen muss, ändern Pikes Verhältnis zu seiner Familie grundlegend. Um seine Tochter hat er sich nie gekümmert, bei seiner Enkelin will er dieses Versäumnis nachholen. Als ein korrupter und brutaler Ex-Cop sich für seine Enkelin interessiert, beginnt Pike Nachforschungen anzustellen. Eine gnadenlose Jagd um Informationen, die die Wahrheit über den Tod seiner Tochter offenlegen soll, nimmt ihren Lauf. Bei dieser Suche sind weder Pike noch der Ex-Bulle zimperlich und gehen über Leichen.
In seinem düsteren Thriller zeichnet Benjamin Whitmer ein verstörendes Bild der gesellschaftlichen Zustände im Mittleren Westen der USA. Ausweglosigkeit, Resignation und Gewalt bestimmen das Leben einer Verliererschicht am Rand der Bevölkerung.
"Im Westen nichts" ist ein spannender Roman, der nicht nur durch die tief gehende Beschreibung der zerrissenen Charaktere besticht, sondern mit einer bildhaften Sprache die urbanen und ländlichen Gebiete Ohios ins Geschehen einbezieht.
Für diesen Noir-Thriller gebe ich gern 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.
 

© Andreas Müller,  August 2017

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