Gravesend

von William Boyle
Aus dem Amerikanischen von Andrea Stumpf
 
ISBN 978-3-945133-55-2
erschienen  Januar 2018
Preis: 18,00 €
Polar Verlag
 

Ray Boy Calabrese wird aus dem Gefängnis entlassen. Während seiner Schulzeit hat er einen Jungen wegen seines Schwulseins gequält, ihn zusammen mit Freunden geschlagen, getreten, sodass Duncan nur die Flucht blieb und er überfahren wurde. Vor Gericht nannten sie es Hate Crime, ein sexistisch moti­viertes Verbrechen. Nun kommt Ray Boy Calabrese aus der Haft frei und will nur noch sterben. Duncans Bruder Conway hat Rache geschworen, lernt schießen und trifft nicht. Er ist neunundzwanzig, arbeitet in einem Rite Aid und wohnt bei seinem Vater Pope. Mit Ray Boys Heimkehr in sein altes Viertel reißen die nur leicht übertünchten Risse in der Familie auf, in der er aufg­wachsen ist. Während sein Neffe Eugene in ihm ein Idol sieht und bitter ent­täuscht ist, dass sein Held zu einem gebrochenen Mann geworden ist.

William Boyles „Gravesend“ geht der Frage nach, inwieweit wir zur Vergebung fähig sind. Andern und uns selbst gegenüber. Denn uns selbst gegenüber sind wir unerbittlich, wenn es um Träume und Hoffnungen geht.

Lesetipp zu ... Gravesend

 
Noir - hart und kompromisslos
 
Als Ray Boy, der vor sechzehn Jahren einen Jungen in den Tod getrieben hat, von Schuld zerfressen aus dem Gefängnis zurückkehrt, will er eigentlich nur noch eins: Sterben.
Conway, der Bruder des Toten, der sich all die Jahre hinter seinen Rachefantasien versteckt hat, sieht seine Zeit gekommen. Doch als er Ray Boy mit der Waffe in der Hand gegenübertritt, benutzt ihn dieser für seinen eigenen Plan. Und dann gibt es noch Ray Boys Neffen Eugene, der mit ansehen muss, wie der angebetete Onkel verfällt.
Anhand von Einzelschicksalen, die auf tragische Weise miteinander verknüpft sind, schildert Boyle die Zustände in Gravesend. Er zeichnet ein düsteres Bild von Menschen auf dem Abstellgleis. Wer in diesem Teil von New York lebt, hat bereits verloren. Das Leben in Gravesend ist geprägt von Verfall, Vorurteilen, Kriminalität und Hoffnungslosigkeit.
Bis hin zu dem verstörenden Ende lässt dieses Buch seinen Leser nicht aus dem Griff.
 

© Andreas Müller,  Januar 2018

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