Giftmorde 3

weitere tödliche Anleitungen
von Andreas M. Sturm (Hrsg.)
 
ISBN BN 978-3-946734-08-6    |    262 Seiten
erschienen  November 2016
broschierte Ausgabe   |    Preis: 13,00 €
Verlag edition krimi
 

Im 3. Band der tödlichen Anleitungen werden wieder die Tücken des Alltags mithilfe von Pflanzengift gelöst. Ein Ehemann, der sich zu intensiv der Mittelalterszene verschrieben hat, ein missgünstiger Kritiker, der das Geschäft zerstört, ein Psychopath, der die Liebe zur Nachbarsfamilie für sich entdeckt, ein Amoklauf, der außer Kontrolle gerät und viele weitere Themen lassen die Krimiautoren tief ins Giftschränkchen greifen, um einen Strauß bitterböser Geschichten für alle Fans der Giftmorde zu fabulieren.
Sollten Sie nach erfreulichen Lesestunden derartige Problemlösungen ins Auge fassen, überlegen Sie gut, ob ein Besuch beim Therapeuten nicht der bessere Weg ist, als einen Pakt mit Floras tödlichen Kindern zu schließen.

Lesetipp zu ... Giftmorde 3

 
Floras tödliche Kinder.
 
„... Tiefe Resignation schwang in Nicoles Stimme und in ihrem Blick lag eine große Traurigkeit ...“

Die Anthologie vereint 13 Kriminalgeschichten von 12 Autoren. Eines ist allen gemeinsam. Im Mittelpunkt stehen Floras tödliche Kinder. Damit werden 13 unterschiedliche Giftpflanzen zur Waffe. Ansonsten aber hat jeder Autor seine eigene, ganz persönliche Handschrift. Es geht um Eifersucht und Rache, um Psychopathen und betrogene Ehefrauen. Die meisten spielen in Europa, doch auch ein Ausflug nach Amerika und Mexiko ist dabei.
So unterschiedlich wie die Geschichten, so abwechslungsreich ist der Schriftstil. Neben Ich-Erzählern wird in einem die Tagebuchform gewählt. An vielen Stellen findet sich schwarzer Humor. Manche Geschichten regen zum Nachdenken an und haben mich tief berührt.
Auf einige der Geschichten möchte ich näher eingehen.
Obiges Zitat stammt aus „Nur eine Nuance“. Der Krimi geht unter die Haut. Hier wird ein Opfer plötzlich zum Täter, der erhoffte Neubeginn zur Katastrophe. Sehr gut wird die psychische Verfassung der Protagonistin wiedergegeben. Letztendlich siegt ihre Menschlichkeit und sie fällt eine nur für sich folgenschwere Entscheidung.
Ähnlich tiefgründig liest sich die Erzählung „Todestag“. Hier habe ich als Leser zwischen Verständnis und dem Widerstand gegen Selbstjustiz geschwankt. Fast sachlich wird erzählt, wie es zur Feindschaft zweier Nachbarn kam. Das Ende ließ mich betroffen zurück, denn nichts war so, wie es schien.
Im „Leid der Anderen“ spielen Briefe eine besondere Rolle. Hier werden gekonnt eine Intrige und falsche Beschuldigungen aufgebaut.
In Jan Fliegers Geschichte fliegt ein Ehepaar gemeinsam nach Schottland. Beide verbinden mit der Reise unterschiedliche Ziele. Sie hätten miteinander reden sollen! Der Autor versteht es, die einzelnen Stationen der Reise anschaulich erlebbar zu machen und gleichzeitig die Gedanken und Gefühle der Protagonisten wiederzugeben.
Bei diesen vier Beispielen möchte ich es belassen. Es sind diejenigen, die mir am besten gefallen haben. Doch auch die anderen haben ihre Feinheiten. Es gibt nur eine Geschichte, die mich überhaupt nicht angesprochen hat. Natürlich werde ich sie nicht nennen, denn die Geschmäcker sind verschieden und ein anderer ernennt sie vielleicht zu seiner Lieblingsgeschichte.
Genau wie in den anderen Bänden wird jede Pflanze im Laufe der Erzählung ganzseitig in Schwarz-Weiß abgebildet.
Das Cover hat hohen Wiedererkennungswert und passt zum Thema.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Zusammenstellung der Anthologie empfinde ich als gelungen.
 

© mabuerele,  Januar 2017

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