Eisige Tage

Ein Fall für Seiler und Novic
von Alex Pohl
 
ISBN 978-3-328-10323-3    |    432 Seiten
erschienen  Februar 2019
Klappenbroschur   |    Preis: 10,00 €
Penguin Verlag
 

Die Welt des Verbrechens beginnt vor deiner Haustür …

Winter in Leipzig, die Stadt erstarrt in Eiseskälte. In einem Auto am Elster-Saale-Kanal wird die steifgefrorene Leiche eines Anwalts gefunden. Was für die smarte Kommissarin Hanna Seiler und ihren starrköpfigen Kollegen Milo Novic zunächst nach einem Routine-Mordfall aussieht, entpuppt sich rasch als ein Dickicht krimineller Verstrickungen: Im Besitz des Toten finden sie skandalträchtiges Material, darunter das Foto eines minderjährigen Mädchens, das seit einer Woche vermisst wird. Während die Stadt im Schnee versinkt, müssen die Ermittler eine düstere Welt betreten, in der schon die Jüngsten gefährliche Spiele treiben …

Lesetipp zu ... Eisige Tage

 
Mehr Zeit für Tempo
 
Knutschen, kiffen, klauen, am Leipziger Hauptbahnhof rumhängen. Das ist für die dreizehnjährige Elise ein verführerisches Kontrastprogramm zum Leben in der elterlichen Villa in der Waldstraße, das sie als verlogen und spießig empfindet. Was sie nicht ahnt: Aljoscha, der sie in diese Welt lockt, hegt finstere Pläne. Der bereits mit allen kriminellen Wassern gewaschene so nett wirkende Junge hatte Kontakte zu einem Anwalt, dessen steifgefrorene Leiche in einem Auto im Elster-Saale-Kanal liegt, bei dem die Polizei das Bild eines vermissten Mädchens findet.
Es ist die erste Spur, die die Kriminalkommissarin Hanna Seiler und ihren Kollegen Milo Novic in eine Halb- und Unterwelt führt, die ein Verbrechens-Veteran mit Hilfe brutaler Gefolgsleute regiert und in der schon die Jüngsten gefährliche Spiele treiben.

›Eisige Tage‹ lautet der Titel des ersten Kriminalromans von Alex Pohl. Von einem Debut zu sprechen, wäre indes eine grandiose Untertreibung. Denn unter dem Pseudonym L.C. Frey veröffentlichte der Leipziger in Eigenregie etliche Thriller und Horror-Romane, die bei Amazon sechsstellige Auflagen erreichten, bekam Auszeichnungen, brachte sogar einen Ratgeber für angehende Autoren heraus. Ist der Verzicht auf ein solch erfolgreiches Pseudonym nicht auch ein Verzicht auf damit verbundene Vermarktungschancen? »Nein«, meint Pohl. Einmal nutze er die sozialen Medien, um seine Fans zu informieren. Zum anderen: »Es ist ein schönes Gefühl, ein richtiges Buch unter dem eigenen Namen herauszubringen. Und es läutet auch eine neue Lebensphase ein.«

Neue Lebensphasen sind für den diplomierten Elektroingenieur nichts Besonderes. Er programmierte Roboter, organisierte Fließbänder, arbeitete als Musiker, betrieb ein Tonstudio, entwarf Platten- und Bücher-Cover. Hierdurch kam er zum Schreiben. "Schuld der Engel" war sein erster Thriller. Er veröffentlichte ihn auch deshalb als L.C. Frey, weil sein echter Name außen vor geblieben wäre, wenn sich das Ganze als Flop erwiesen hätte.

Jetzt also Alex Pohl. Was unterscheidet dessen Geschichten von denen Freys? »Sie sind weniger brutal«, erläutert Pohl. Er und der Verlag hätten bewusst auf das reißerische Attribut ›Thriller‹ verzichtet und den klassischen Untertitel ›Kriminalroman‹ verwendet. Ein weiterer Unterschied? Als Selfpublisher müsse man sich um alles auch selber kümmern, jetzt biete ihm der Verlag die profihafte Betreuung im Lektorat, beim Marketing. Und der Veröffentlichungsdruck sei geringer, Amazon, Kindle und Co. brauchten in rascher Folge neues Lesefutter. Pohl hat es schon geschafft, in vier Wochen einen Thriller zu schreiben, für ›Eisige Tage‹ nahm er sich anderthalb Jahre Zeit. Dem Buch selbst fehlt es indes nicht an Tempo: Perspektivwechsel und Zeitsprünge halten den Leser in Atem, die Handlung nimmt unverhoffte Wendungen, das Leipzig-Lokalkolorit ist erkennbar, aber nicht zu dick aufgetragen. Und ein Einzelfall soll der Pohl-Erstling auch nicht bleiben. Der zweite Krimi um das Ermittlerpaar Hanna Seiler und Milo Novic liegt im Lektorat, der dritte ist in Arbeit.
 

© Hartwig Hochstein, Leipziger Volkszeitung,  Februar 2019

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